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Meldungen 2004-05 26. Februar 2020
 
Von großer Mitmenschlichkeit geprägt

Ellen Heibach, Elvira Himmrich und Gertrud Schauber den "Paul Harris Fellow" verliehen

"Ihre gemeinsame Eigenschaft ist Mitmenschlichkeit." Mit diesen Worten würdigte der amtierende Präsident Manfred Prokopp am Donnerstagabend im Stiftshof Ellen Heibach, Elvira Himmrich und Gertrud Schauber. Die drei Frauen sind die ersten, denen der Rotary Club Wertheim den "Paul Harris Fellow" verlieh, die bekannteste rotarische Auszeichnung.


Ein Doppeljubiläum, das eigene 25-jährige Bestehen und der bevorstehende 100. Jahrestag der Gründung des ersten Rotary Clubs durch Paul Harris, war für den hiesigen Club Anlass, von der bislang geübten Praxis, "dass das selbstverständliche gesellschaftliche Engagement nicht durch interne Auszeichnungen bestätigt werden muss", abzuweichen.


An "Past-Präsident" Ladislas Tazlari, dem Vorgänger Prokopps, war es, nach einigen Ausführungen von Governor Hans Wiedemann zum Thema "100 Jahre Rotary" (siehe weiteren Artikel), die Ehrungen einzuleiten. Mit der Preisverleihung, so sagte er, wolle man einen Akzent setzen. Und er betonte, "die drei Preisträgerinnen verdienten es, Rotarierinnen zu sein".


Die Laudatio auf Gertrud Schauber, Vorsitzende des Vereins "Partnerschaft unterstützt Lebenslinien, Paul e.V." hielt Robert Haller, Verwalter und Kellermeister des Kreuzwertheimer Weingutes Fürst Löwenstein. Mit sehr persönlichen Worten stellte er die Ausgezeichnete vor und ließ deutlich werden, wie sehr er persönlich vom Engagement Gertrud Schaubers beeindruckt ist. Sie erhielt die Auszeichnung "für ihre Tätigkeit in der Aktion Paul e.V. zur praktischen Unterstützung von benachteiligten Bevölkerungsgruppen, insbesondere Kindern, in den Ländern Zentralafrikas".


"Teilnahmslosigkeit ist für sie ein Fremdwort", sagte Haller, nachdem er Schaubers Lebens- und Berufsweg nachgezeichnet, ihre zahlreichen Aktivitäten, sei es im ökumenischen Seniorenclub oder im evangelischen Kirchengemeinderat in Kreuzwertheim und nicht zuletzt bei "Paul" geschildert hatte. Gertrud Schauber könne Menschen begeistern. Durch den "Tag für Ghana" sei es ihr beispielsweise gelungen, so viel Geld zu sammeln, dass dies längst jeden privaten Rahmen sprenge. So seien dann auch die Aktivitäten, deren Schwerpunkt zunächst auf der Unterstützung eines Projektes in Accra, Ghana, gelegen habe, längst ausgeweitet worden. Dem unermüdlichen Schaffen der zu Ehrenden sei es zu verdanken, dass die gesammelten Mittel unmittelbar den Betroffenen zu Gute kommen.


Trotz aller privaten Schicksalsschläge habe Gertrud Schauber ihre positive Lebenseinstellung und ihren Lebensmut nie verloren. Mit scheinbar unerschöpflicher Kraft setze sie sich rastlos für benachteiligte Bevölkerungsgruppen ein. Haller wünschte ihr, "dass sie noch lange diese tolle Aufgabe weiterführen kann". Die Ausgezeichnete selbst zeigte sich "sprachlos, stolz und glücklich" über die Ehrung und bedankte sich für die "wunderbare Hilfe für die Sache".


Elvira Himmrich wurde der "Paul Harris Fellow" zuerkannt "für die Hilfen zur Integration von Umsiedlern im Rahmen ihrer Tätigkeit als Brückenlehrerin". Dass dieses Wirken "unter zum Teil schwierigen Umständen" vonstatten ging und sich Elvira Himmrich "in hohem Maß um die Integration vor allem Jüngerer verdient gemacht hat", schilderte Dr. Rudolf Lachenmann, geschäfstführender Gesellschafter der Firma Vacuubrand. "Wahrscheinlich hat sie sich vieles leichter vorgestellt", meinte der Redner.


Seit 1996 war Himmrich, die 1990 nach Würzburg gekommen war, in Wertheim als Brückenlehrerin tätig, mit Ende des vergangenen Schuljahres wurde sie verabschiedet, obgleich sie "wohl sehr gerne noch weiter gearbeitet hätte", wie Dr. Lachenmann vermutete. Er bescheinigte ihr, sie habe etwas geleistet, was viele in seiner ganzen Bedeutung wahrscheinlich gar nicht erkannt hätten. Die Sprachbarriere, insbesondere bei Umsiedlerkindern, sei gewaltig gewesen. Da nicht mit einem normalen Deputat ausgestattet, habe Elvira Himmrich sich nicht nur in der Schule, sondern unter anderem auch im Förderunterricht, bei der Hausaufgabenbetreuung oder im Jugendtreff engagiert. Und dies alles immer von Würzburg aus, da ein Umzug nach Wertheim nicht in Frage gekommen sei. Denn von Seiten der Stadt habe sie immer nur einen auf ein Jahr befristeten Vertrag erhalten können.


Als Übersetzerin bei Lehrer-Eltern-Gesprächen habe sie Verständnis für die jeweils andere Seite geweckt, gegebenenfalls auch Hausbesuche unternommen, um den Eltern ihre Aufgabe und Verantwortung deutlich vor Augen zu führen. "Elvira Himmrich hat viel dazu beigetragen, dass Probleme und Konflikte nicht ausuferten", so Dr. Lachenmann. Er bezeichnete sie als eine "Sozialarbeiterin mit Autorität und Verständnis" und bedauerte sehr, dass die Tätigkeit nunmehr keine Fortsetzung finde. "Das war eine pure Selbstverständlichkeit", meinte nach den lobenden Ausführungen die Ausgezeichnete.


Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Krankenhausseelsorge wurde Ellen Heibach geehrt. Der Chefarzt der Inneren Abteilung des Städtischen Krankenhauses, Dr. Hans Werner Sudholt, würdigte insbesondere die "emotionale Kompetenz" der Ausgezeichneten. Seit vielen Jahren habe sie die Betreuung von drei Stationen in der Klinik übernommen. Sie baue, unabhängig von Konfessionen, "einen intensiven Bezug zu den Patienten und deren Angehörigen auf, ist Teil des therapeutischen Teams" und helfe auch diesem, mit den großen Belastungen fertig zu werden. Ellen Heibach genieße das absolute Vertrauen und die Wertschätzung der Ärzte und des Pflegepersonals, unterstrich Dr. Sudholt. Sie sei, in einer Art Bereitschaftsdienst, immer ansprechbar und für die Patienten präsent. Als "Frau der Tat" helfe sie aber auch, ganz praktische Probleme des Krankenhausalltags zu lösen.


"Die Motivation für die Arbeit von Ellen Heibach ist praktizierte christliche Nächstenliebe", so der Laudator. "Aus ihrem christlichen Glauben bezieht sie die Kraft, die allerdings nicht endlos ist." Die Arbeit in der Krankenhausseelsorge sei für sie Lebensinhalt geworden und Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in Wertheim. "Sie haben mitgeholfen, unserem Krankenhaus das menschliche Antlitz zu geben, das ich mir seit meinem Amtsantritt immer gewünscht habe", wandte sich der Redner direkt an die zu Ehrende. Und er versäumte es nicht, ihr auch den ganz persönlichen Dank abzustatten "für ihr positives Wirken für die Patienten und deren Angehörige (. . .) auch im Namen der Mitarbeiter unseres Krankenhauses, bei denen sie immer und jederzeit willkommen sind". Gewürdigt wurde Ellen Heibachs Tätigkeit auch von Schuldekan Rolf Schwab namens der evangelischen Kirchengemeinde.


Ellen Heibach sagte, ihr Einsatz sei "weniger ein Tun als vielmehr ein mögliches Wirken". So wie jeder Mensch etwas Besonderes sei, so sei es auch seine Lage, sein Leiden oder sein Sterben. Lange Zeit Leidende oder gar Sterbende benötigten vor allen Dingen eines: Jemanden, der signalisiert, Zeit für sie zu haben, der erreichbar ist, der zuhört, mit ihnen redet oder schweigt, einfach nur da ist, ganz konzentriert, vielleicht betet oder stille Fürbitte hält". Mit Aktion habe dies wenig zu tun. Hermann Hesse zitierend sagte sie, "ich wollte ja nichts, als das zu leben versuchen, was von selber aus mir herauswollte". Mit Martin Buber stellte Ellen Heibach fest: "Gott erwartet von uns immer nur den ersten Schritt." Diesen versuche sie zu gehen, jeden Tag. "Der Rest ist Vertrauen und Liebe." ek
 


© Fränkische Nachrichten   –   11.09.2004



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