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26. Februar 2020
 
Mittwoch, 19. Mai. 2004

Ambassadorial Scholar

Erster Bericht der Stipendiatin Birgit Häußermann des RC Mühlacker/Enz

Nach meinen ersten zwei Monaten Studium an der Victoria University of Wellington in Neuseeland und den zahlreichen Begegnungen mit meinen Gastrotariern des Districts 9940, kann ich schon eine Menge neuer Erfahrungen teilen und über einige Aktivitäten berichten.


Schon meine Ankunft am Flughafen war mehr als herzlich, als mich meine Gastfamilie und mein Counsellor in Empfang genommen hatten.
Die ersten zwei Wochen habe ich dann bei meinen Gasteltern verbracht, bevor ich in mein Zimmer im Studentenwohnheim einziehen konnte.
Mein Gast-Rotaryclub ist Tawa, ein kleiner Bezirk, etwa 20 km nördlich von Wellington gelegen.
Die Hilfsbereitschaft von Seiten Rotary, insbesondere meines Counsellors und meiner Gastfamilie, ist unbeschreiblich. Dafür war ich vor allem anfangs sehr dankbar.
Aber auch in der Zwischenzeit ist immer jemand zur Stelle, falls es irgendwo Probleme gibt.


Am ersten Wochenende im März fand die Distriktskonferenz in Whanganui statt, etwa 200 km nördlich von Wellington.
Die insgesamt zehn "Ambassadorial Scholars" des Distrikts stellten sich dort zum ersten mal vor und das gesamte Wochenende waren sehr interessante und informative Tage.
Neben acht Stipendiaten aus den USA und einem Stipendiaten aus Japan, bin ich die einzige Vertreterin Europas, was meine Botschafter-Stellung unter den Stipendiaten wohl noch etwas besonders hervorhebt.


Mitte März fand dann auch das Stipendiatenteffen aller diesjaehrigen Stipendiaten in Neuseeland in Wellington statt.
Alle "Ambassadorial Scholars" aus Auckland, Palmerston North, Wellington, Christchurch und Dunedin kamen an diesem Wochenende zusammen.
Neben sehr wichtigen Informationen Rund um die Aufgaben als "Botschafter des guten Willen", wurden auch die Stipendiaten aufgefordert, ihre Meinung, Vorschlaege und Verbesserungen an ihre Rotarischen Gastberater mitzuteilen.


Im April gaben die neun Stipendiaten in Wellington zusammen nochmals eine Vorstellung bei einem der lokalen Rotary Clubs, des "Karori" Rotary Clubs.
Distriktgovernor Allan Frazer ist Mitglied des Karori Clubs und organisierte dieses Treffen, das nach einer Abendführung durch die Karori-Wildlife-Sanctuary stattfand.
Das Vogelschutzgebiet wurde unter grosser Beteiligung von Rotary am Rande Wellingtons errichtet und bietet zahlreichen vom aussterben bedrohter Vögel, u.a. dem Nationalvogel Kiwi, Schutz.
Immer wieder finden dort zahlreiche Aktivitäten statt, bei denen Mithilfe benötigt wird.


Auch mein Gast-Rotary-Club Tawa unterhält sämtliche Aktivitäten, bei denen ich gerne mithelfe. Fast wöchentlich werden beispielsweise Getränke und Snacks im Rugby Stadion verkauft. Dies ist eine gute Möglichkeit, mit freiwilliger Hilfe Gelder für gute Zwecke zu sammeln.
Vor einigen Wochen habe ich bei der Aktion "40 hours famine" von World Vision teilgenommen und konnte vor allem durch zahlreiche Sponsoren seitens Rotary ca. 300 NZD sammeln. Das Geld wurde für Waisenkinder gesammelt und diese beträchtliche Summe kommt somit einem sehr guten Zweck zugute.


Die Stipendiaten in Wellington starteten im März den Aufbau eines lokalen Rotaract Clubs.
Nach einigen Treffen scheint die Gruppe schon sehr gut zusammenzuwachsen und zahlreiche gute Ideen an Aktivitäten, die gemeinsam für gute Zwecke unternommen werden können, sind schon vorgetragen.
Als erstes Projekt werden wir noch Ende Mai beginnen, einmal monatlich im "Royal Mc Donald" Haus, für kranke Kinder und Familien zu kochen.


In meinen Vorträgen bei Rotary ging ich auch etwas mehr auf meinen Aufenthalt in Zimbabwe im letzten Jahr ein. Dies fand grossen Anklang und auch ein kleines vorbereitetes Quiz am Ende sorgte für Aufheiterung.
Insgesamt habe ich mich sehr gefreut, so viel positives Feedback zu bekommen, was natürlich für die nächsten Vorträge noch mehr motiviert.


Auch für mein Studium habe ich viel zu tun. Die ersten Wochen waren noch etwas schwieriger durch die sprachlichen Differenzen und Schwierigkeiten, alle neuen Institutionen zu finden.
Aber mittlerweile gibt es schon fast keine Probleme mehr.


Ich belege den Design-Kurs des Abschlussjahres, einen CAD Kurs und einen Kurs in Tragwekslehre.
Mit dieser Zusammenstellung bin ich immer noch höchst zufrieden. Die Kurse sind sehr interessant und im Hinblick auf mein Studium in Deutschland genau passend.


Der Design-Kurs startete mit einer zweimonatigen Forschungsarbeit in einem selbstgewählten Gebiet vor dem eigentlichen Beginn des Entwurfes.
Ich widme mich dem Thema "Wein und Weingüter in Neuseeland", wofür ich mich zum einen sehr interessiere, da ich selbst aus einer Winzerfamilie im Raum Stuttgart stamme.
Zum anderen aber hat mich das Thema "funktionelle Bauten im Hinblick auf qualitatives Design" schon immer beschäftigt und dafür bietet sich der Entwurf eines Weingutes bestens an.
Die Kritik an Design und Mangel an Funktionalität, der sich Architekten immer wieder stellen muessen, war für mich der Grund, einen Entwurf zu bearbeiten, der sich dieser scheinbaren Kontroverse stellt. Funktionalität und gutes Design schliessen sich nicht aus, im Gegenteil, aber dies zu vereinen ist wohl eine der grössten Herausforderungen in der Architektur.


Der CAD Kurs beinhaltete in den ersten drei Wochen das Erlernen sechs verschiedener CAD-Programme, woraufhin anschliessend jeder Student ein Programm auszusuchen hatte, in welchem nun ein bekanntes Gebäude nachmodelliert wird.
Das 3D-animierte, gerenderte Gebäude wird am Ende des Trimesters auf der selbsterstellten Web-Page präsentiert.


Da ich mich sehr für Konstruktion und Technik interessiere, habe ich ausserdem einen Kurs in Tragwerkslehre belegt.
Dies ist hier neben meinem schon vorhandenen Wissen aus Deutschland von daher interessant, als dass besonderes Augenmerk auf erdbebensichere Konstruktionen gelegt wird, was in meiner Ausbildung zuhause seither kaum eine Rolle gespielt hat.


Das System an der Universität unterscheidet sich wesentlich von dem an deutschen Universitäten. Nicht speziell im Angebot der Kurse, aber in der Art der Vermittlung.
Die Studenten sind eher einem Klassensystem angechlossen und die Wahl der Kurse ist nicht so frei, wie es in Deutschland der Fall ist.


Aber auch diese Erfahrung der unterschiedlichen Lehre ist sicherlich sehr von Vorteil.
Insgesamt ist die Ausbildung an der Victoria Univerity sehr gut und mit grossem Einsatz verbunden. Dies hängt sicherlich auch mit den hohen Studienkosten, die die Studenten hier bezahlen müssen, zusammen.


Insgesamt habe ich den Eindruck, genau am richtigen Platz zu sein.
Was mein Architekturstudium anbetrifft, werden mir in diesem jungen Land speziell die kulturellen, historischen Besonderheiten Europas noch mehr bewusst.
So wird auch ein "Nichtvorhandensein" zu einem Augenöffner, was mir hier klar wurde, nachdem eben  unsere jahrhunderte alten Bauwerke für die Menschen hier fast unvorstellbar sind.
Das Land selbst ist geprägt von einer ausserordentlichen Mischung aus Stilen unterschiedlichen Einflusses, die ich während meiner Forschungsarbeit nun lange studiert habe.


Die Landschaft Neuseelands ist wie erwartet traumhaft, wobei ich noch kaum Zeit hatte, diese näher zu erkunden.
Die Menschen sind sehr offen und freundlich. Es gibt hier keine Scheu vor Kontakt.
Die vielen unterschiedlichen Kulturen der Menschen von so unterschiedlicher Herkunft ist sehr interessant und macht dieses Land wohl so ausserordentlich.


Gerade diese Erfahrung ist eine der tollsten Besonderheiten, die ich von diesem Aufenthalt  mitnehmen werde.


Ich fühle mich hier so wohl, dass ich kaum bemerke, wie die Zeit vergeht und bin sehr gespannt, was die restliche Zeit und Aktivitäten in Neuseeland anbetrifft.
Aber auch oder besonders die schwierigen Momente, die es zu meistern gibt, werden später sicherlich besonders hilfreich sein.


Die Möglichkeit, hier in Neuseeland zu studieren ist einzigartig und die Erfahrung wird von ewiger Bedeutung für meine weitere Zukunft sein.


Dafür möchte ich mich besonders bei dieser Gelegenheit noch mal bei Rotary International, insbesondere meinem Heimatclub Mühlacker des Distriks 1830 und meinem Gastclub Tawa des Distrikts 9940, bedanken.




Autor: Birigt Häußermann

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